21.11.2011 WR



Ein letztes Lächeln im Gesicht

Westrich.
Der Grundstein ist längst gelegt, das Richtfest jüngst gefeiert. Das neue Stiftungshospiz St. Elisabeth an der Bockenfelder Straße in Westrich nimmt baulich langsam Gestalt an. Schwerstkranken soll hier ein würdevoller Abschied aus dem Leben ermöglicht werden. Was noch fehlt, sind die Menschen, die erst nach der Eröffnung im Mai 2012 einziehen sollen.

Damit es denen, die kommen, um zu gehen, an nichts mangelt, stellen die Verantwortlichen schon jetzt die Weichen. „Ohne Hilfe geht es nicht“, sagt Petra Strößner vom Förderverein Stiftungshospiz St. Elisabeth und wirbt direkt um die Unterstützung von Ehrenamtlichen.

Nur 90 Prozent der laufenden Betriebskosten würden von den Krankenkassen gedeckt. Den fehlenden Betrag müsse das Hospiz selbst erwirtschaften – in den Bereichen Personalkosten, Hauswirtschaft und vor allem dabei, die letzten Wünsche der Sterbenden zu erfüllen.

„Dafür brauchen wir ehrenamtliche Mitarbeiter und Spenden“, sagt Strößner, die in den vielen Jahren ihrer Tätigkeit viele besondere Bedürfnisse von Todkranken erfahren hat: „Da möchte jemand kurz vor seinem Tod noch mal auf eine Pink Floyd-Konzert oder eine Nachtfahrt nach Holland ans Meer unternehmen.“ Einer ehemaligen Tierpflegerin brachte man sogar ihren Lieblingsaffen, andere wollten ihre erste große Liebe noch einmal sehen. „Den Krankenkassen kann man solche Wünsche schlecht präsentieren“, sagt Strößner und setzt auf freiwillige Helfer.

Wer sich zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit in St. Elisabeth (benannt nach der Stiftungsgründerin Elisabeth Grümer) berufen fühlt, kann seine Fähigkeiten auf ganz unterschiedliche Weise einbringen: Bei der Bewirtung von Gästen, in der Begleitung von Bewohnern, als Musiker zur Unterhaltung oder in der Küche: „Alle diese Aufgaben erfordern viel Zeit und Geduld“, sagt Petra Strößner: „Viele Sterbende wollen noch mal einen Geschmack im Mund haben, der sie ihr Leben lang begleitet hat.“ Ein Löffel Vanillepudding hätte in manchen Fällen ein letztes Lächeln auf das Gesicht gezaubert.

Man wolle das Sterben zu einem Teil des Lebens machen, sagt Strößner. Es geht um das letzte Licht, bevor die Dunkelheit einen für immer umschließt.
Ehrenamtliche Hospizmitarbeiter

Wer sich aktiv als ehrenamtlicher Hospizmitarbeiter bei St. Elisabeth einbringen möchte, kann an einer kostenfreien Ausbildung und Qualifizierung teilnehmen. Kursbeginn ist im Februar 2012.

Interessierte können sich ab sofort bei Frau Petra Strößner vom Förderverein unter 2061212 oder mobil unter 015152225381 melden.

Das Spendenkonto des Stiftungshospiz liegt bei der Sparkasse Dortmund, BLZ: 440501 99. Kontoinhaber sind die Elisabeth Grümer Hospizstiftung (Konto 1222333) oder der Förderverein Stiftung-Hospiz Frohlinde e.V. (Konto 1229990).

Janis Brinkmann



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