Körperliche Bedürfnisse
Hunger und Durst
Auch ein Schwerkranker und Sterbender kennt Gefühle wie Hunger und Durst, denen unbedingt nach - medizinischen Möglichkeiten - auch Rechnung getragen werden muss. Sicher ist jede "Zwangsernährung" problematisch, aber es ist ein ganz furchtbarer Tod, innerlich zu verdursten. Darum ist es auf alle Fälle wichtig, etwas gegen das Durstgefühl im Mund zu unternehmen. Man kann z. B. mit Hilfe spezieller Mundpflegesets (getränkte Wattestäbchen) oder klitzekleiner Eiswürfel, denen man einen Tropfen Zitrone beigegeben hat, dieses Durstgefühl auch bei Sterbenden lindern.
Sauberkeit und Körperpflege
Ein Sterbender hat das Bedürfnis nach Sauberkeit und Körperpflege ähnlich wie ein kleines Baby. Nur dass dieser in der Regel nicht so laut schreit wie ein Baby, wenn es ganz nass ist oder sich sonst unwohl fühlt. Darum erfordert ein Sterbender eine noch größere Sensibilität als die Pflege eines Säuglings.
Medikamente und Therapien
Jeder Mensch hat den Anspruch darauf, dass ihm nach besten Möglichkeiten geholfen wird. Aber: Sterbebegleitung, die das Wohl des Sterbenden in den Mittelpunkt stellt, hilft dem Schwerkranken und Sterbenden, dass ihm eine sinnlose Diagnostik erspart bleibt und das medizinische Angebot auf das Zumutbare und Unverzichtbare beschränkt wird. Gleichzeitig sollte dem Sterbenden eine größtmögliche Schmerztherapie verordnet werden, die sicherstellt, dass alle vermeidbaren Schmerzen abgestellt sowie die unvermeidbaren wenigstens gelindert werden. Mit Hilfe der modernen antizipativen Schmerztherapie (d. h. vorbeugend gegen den Schmerz vorgehen, statt erst nach Bedarf zu behandeln) könnten heute ca. 90 % aller Schwerstkranker schmerzfrei sterben.




