Hospiz St. Elisabeth
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28.07.2011 WR



Grundstein für Hospiz gelegt



Westrich. „In Würde sterben“ ist einer dieser Sätze, die so oft gesagt werden, dass sie wie Floskeln anmuten. Elisabeth Grümer und Ralf Sprave hingegen machten ernst und investierten viel Zeit und Geld, um ein Hospiz zu realisieren, in dem Sterbende auf ihrem letzten Weg liebevoll begleitet werden. Am Donnerstag legten sie zusammen mit Ullrich Sierau den Grundstein für die Einrichtung an der Bockenfelder Straße in Westrich.

„Neben dem betreuten Wohnen und Mehrgenerationenhäusern ist dieses Hospiz ein weiterer Mosaikstein, der unseren Stadtteil auch für ältere Menschen lebenswert macht“, sagte Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp. Er freue sich, dass Themen wie Altern und Sterben in seinem Bezirk keine Tabus seien, sondern offen angegangen würden. Dem pflichtete auch Oberbürgermeister Sierau bei, der den kürzlich verstorbenen Altbürgermeister Günter Samtlebe zitierte: „Er sagte immer: Der Tod ist Teil des Lebens und muss genauso würdevoll gestaltet werden. Dieses Hospiz gewährleistet, dass unsere Bürger genau das tun können.“

Elisabeth Grümer hat 1979 ihren Vater im Krankenhaus sterben sehen, ihre Mutter pflegte sie aufgrund dieser unschönen Erfahrung zu Hause. „Das Krankenhaus ist kein Ort, in dem man sterben sollte. Es ist kalt, hektisch und steril. Als meine Mutter starb, dachte ich an all die Menschen, die keine Familie haben und ihren letzten Weg ganz alleine beschreiten müssen. Das war mir unerträglich.“

2001 gründete sie die Elisabeth-Grümer Hospiz-Stiftung und heute, zehn Jahre später, steht das Projekt kurz vor seiner Fertigstellung. Das hat sie auch Ralf Sparve zu verdanken, der einen Förderverein gründete und damit begann, Geld zu sammeln. Der größte Coup gelang ihm mit der ARD-Fernsehlotterie, die die Stiftung mit 500 000 Euro unterstützt.

„Wir haben die Verantwortlichen vom Deutschen Hilfswerk mit unserer Präsenz überrascht“, rekapitulierte er. „Die meisten Antragsteller beschränken sich auf den Schriftverkehr, wir sind allerdings mehrmals nach Köln gefahren und haben unser Konzept persönlich vorgestellt. Das hat gewirkt.“

Als gelernter Krankenpfleger war er mehrere Jahre auf Krebsstationen tätig und konnte aufgrund seiner Erfahrung zusammen mit dem Architekten einen Plan erstellen, der den Ansprüchen von Sterbenden gerecht wird. „Unsere Gäste werden sich in lichtdurchfluteten Räumen wiederfinden, große Fenster, die auf das Landschaftsschutzgebiet zeigen ermöglichen auch bettlägerigen Gästen, das Spiel der Jahreszeiten zu beobachten und unsere 40 ehrenamtliche Helfer begleiten jene, die noch mobil sind, durch unseren Sinnesgarten.“ Ein Zehn-Sterne Niveau soll das Hospiz haben.

An der Bockenfelder Straße entsteht ein neues Hospiz. Der Grundstein ist gelegt. Foto: Jochen Linz